Mittwoch, 9. Mai 2012

Méto-Das Haus





Rezension zu: Méto-Das Haus von Yves Grevet
Infos zum Buch: 
Seiten: 224
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Preis: 14,95 Euro
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Leseprobe

Kurzbeschreibung: Sie leben im Haus, ohne zu wissen, woher sie kommen und was mit ihnen geschieht. Hinter verbarrikadierten Fenstern und Türen, immer bewacht. 64 Jungen, die dasselbe Schicksal teilen. Bis einer sich erhebt für ein Leben in Freiheit: Méto


Der Autor: Yves Grevet geboren 1961 in Paris, arbeitete als Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er hat drei Söhne. Seine Trilogie ›MÉTO‹ wurde in Frankreich innerhalb kurzer Zeit zum Bestseller.


"Die Soldaten sehen nicht aus wie jene, die ich hier gesehen habe. Sie sind wie wir, nur größer und stärker. Danach sieht man alle gemeinsam in einem Boot, das auf großen Wellen dem Horizont entgegenfährt. Der Film wird noch heller, als alle das Haus betreten, das Haus des Glücks." (S.68)


"Die Ohren bilden beim Schlafen immer ein Viereck. Kennt man zwei, so kennt man vier" (S.124)


"In der Mitte des Raumes steht ein großer Stuhl, über dem eine Art Helm befestigt ist, der fast aussieht wie ein Gehirn. Ich gehe näher heran und entdecke, dass der Helm mit dicken schwarzen Strichen in verschiedene Zoneb unterteilt ist. Jede Zone ist beschriftet: Erinnerung 1, Motorik, Sehvermögen, Geschmack, Sprache, Erinnerung 2, Geruchssinn, Gehör..." (S.129)


Buchaufmachung: Das Buch fällt einem direkt ins Auge, durch den schwarzen Buchrand. So wirkt alles etwas düsterer und man ist sofort gespannt auf die Geschichte. Vom Cover hingegen bin ich etwas enttäuscht, hat mich nicht überzeugt. Dieser Junge mit dem Helm (Méto) schaut einen an, aber irgendwie wirkt das ganze auf mich nicht besonders.


Meine Meinung: Bei diesem Buch handelt es sich um den Auftaktband einer französischen Trilogie. Es wird hauptsächlich das Thema "Gewalt" und "Unterdrückung" angesprochen. Die Jugendlichen haben keine Meinungsfreiheit und müssen das tun, was ihnen befohlen wird. Bis es zu einem Aufstand kommt. Können die Jungen sich befreien oder werden sie bis in alle Ewigkeiten unter dieser Gewaltherrschaft leben müssen?


Man wird ganz spontan in das Geschehen geworfen. Kein langer Prolog, ohne Vorgeplänkel stürzt man sich in die Geschichte. Hier wird schnell klar, dass es sich auch bei diesem Roman um eine sogenannte Dystopie handelt, wie sie im Moment sehr angesagt sind. Wird unsere Zukunft so aussehen? Falls ja ist man sich spätestens nach dem Lesen sicher, dass man für seine Freiheit kämpfen sollte. Spiele bei denen pure Gewalt ausgeübt wird, ein Kühlraum in dem Jungen tagelang gefangen sind, wenn sie etwas angestellt haben und Ohrfeigenkreise. Mit brillianten Ideen weiß dieses Buch durchaus zu überzeugen. Viele gute und vor allem mir neue Einfälle des Autoren sind hier eingeflossen und es ist so anders als die anderen Bücher dieses Genres die ich bisher gelesen habe. Auch dreht es sich nicht um Liebe (vielleicht kommt das ja noch), was ich persönlich für eine nette Abwechslung halte.


Große Probleme hatte ich allerdings mit dem Schreibstil. Der Autor drückt sich in kurzen, konkreten Sätzen aus und mir hat doch ein wenig die bildliche Vorstellung beim Lesen gefehlt. Wie das Haus aussieht, unter welchen Wohnbedingungen genau die Jugendlichen hier leben, all das ist mir nicht klar geworden. Dabei ist das doch sehr wichtig,  während dem Lesen ein Kopfkino zu besitzen.


Auch die Charaktere kamen mir durch diesen Schreibstil eindeutig zu kurz. Klar, ich kann mir ein grobes Bild machen, allerdings nicht mit Méto dem Protagonisten mitfühlen. Und auch die Gefühle der anderen blieben mir unklar. Wie ist das eigentlich für die Jungen in diesem Haus zu leben? Sehen manche es vielleicht sogar positiv und denken so sind sie besser dran, als in der Stadt zu leben? Hätte ich alles gerne erfahren und sicher hätte das alles spannender gemacht. Aber alle Fragen, die mir um Kopf herumgeschwirrt sind, sind unbeantwortet geblieben.
Ich war regelrecht unmotiviert weiter zu lesen, da mir einfach alles nicht tiefgründig war. Vielleicht ein Buch für Jungen die selten lesen, aber nichts für Vielleser meiner Meinung nach. Hier fehlt einfach viel zu viel was für mich ein gutes Buch ausmacht.


Achja und eine Sache muss ich auch noch loswerden. Hier gibt es einen extremen Cliffhanger und schlimm genug, dass der nächste Band noch gar nicht erschienen ist, dazu hatte ich das Buch in geschlagenen 1 1/2 Stunden durchgelesen. Große Schrift und wenig Seiten und dafür 15 Euro. Außerdem muss man die beiden Nachfolgebände auch noch kaufen, um zu wissen wie alles ausgeht. Ich finde das Preis/Leistungsverhältnis absolut nicht angemessen.


Fazit: Leider gar nichts für mich, viel zu oberflächlich. Charaktere waren nich glaubhaft und schlüssig. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass jüngere Jungs durchaus gefallen finden könnten.Außerdem, die Ideen haben mich überzeugt, man hätte mehr draus machen können. Ich stehe mit dieser Meinung vermutlich ziemlich alleine da, aber von mir keine Empfehlung!


2 von 5 Bücherfüchsen!




Kommentare:

  1. Ganz alleine bist du nicht: ich sehe es genau so! Besonders deine Meinung zu dem Kopfkino_Faktor unterschreibe ich dir 100x.

    Ich finde ja, dass das ganze Buch ein Cliffhanger ist - es gibt doch wirklich keine Antworten, nicht einmal eine, klitzekleine Antwort.

    Recht hast du! ;-)

    Liebe Grüße
    Marleen

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    1. Ja bei den Antworten hast du recht, irgendwie bin ich selten so verwirrt nach dem lesen gewesen. Bin aber froh, dass ich nicht die einzige bin, das buch hat ja doch sehr gute rezensionen bei amazon :D

      Liebe Grüüße!

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    2. Nee, bist du nicht. Ich habe mich aber auch komisch gefühlt, nachdem ich wirklich nur positive Stimmen über dieses Buch gelesen habe und ich stand da und fand es ganz grausam ;-) Naja, jeder hat einen anderen Geschmack - wobei das mit Abstand das schlechteste Buch der letzten Monate war, für mich ;)

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